Auto & Verkehr

Autos - Marke Mercury

Autos und Ihre Geschichte
Die Marke Mercury

Während die meisten Automarken auf die Gründung durch einen Autopionier zurückgehen, zählt Mercury zu den wenigen «Retortenmarken». Man schuf sie im Rahmen bereits etablierter Fabrikate, um der Konkurrenz auf breiterer Front begegnen zu können.

Der Mercury füllte die Lücke zwischen Ford und Lincoln und war dazu prädestiniert, den Buick, Oldsmobile und Pontiac von General Motors die Stirn zu bieten.
Der erste Mercury erschien Ende 1938. Gegenüber den normalen V8-Ford hatte er 10 cm mehr Radstand, einen auf 3,9 Liter erhöhten Hubraum und ein verbessertes Bremssystem. Auch nach dem Krieg unterschied sich der Mercury durch den längeren Radstand vom Ford V8, doch hatte dieser inzwischen ebenfalls den 3,9-Liter-Motor erhalten. Äußerlich hob sich der Mercury durch den feiner ziselierten Kühlergrill und mehr Chrom ab.

Eine größere eigene Identität erhielt die noch junge Marke für 1949. Damals führte Ford die horizontal durchgezogene Pontonform ein (-+ Ford USA). Die Mercury hingegen zeigten eine weiche langgestreckte Linie mit in die Vordertüren aus¬laufenden vorderen Kotflügeln. Formlich reihte sich so die Marke ziemlich genau zwischen Ford und Lincoln ein. Neu war auch das Chassis mit robust dimensionierter X-Traverse und K-Verstrebungen. Die vordere Starrachse mit Querfeder wurde nun durch Einzelradfederung mit Trapez-Dreiecklenkern und Schraubenfedern ersetzt. Statt der hinteren Querfeder kamen Halbelliptikfedern zum Einbau. Die Mercury erhielten auch einen auf 4,2 Liter Inhalt vergrößerten Motor.

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Hergestellt wurden die Mercury zusammen mit den Lincoln in teils neuen Fabriken der Lincoln-Mercury Division von Ford. Ab 1951 wurde neben dem Schnellgang auch ein automatisches Getriebe Merc-o-matic angeboten. Während der halbautomatische Overdrive eine Warner-Konstruktion war, entsprach der Automat mit hydraulischem Drehmomentwandler und dreistufigem Planetengetriebe dem Ford-o-matic-Getriebe. Für 1952 wurden die Mercury-Modelle vollständig umgestaltet und ihre Zahl auf acht erhöht. Hauptmerkmal waren die wesentlich kantiger gezeichneten, aber auch geräumigeren Karosserien, die zudem bessere Sicht boten. Man unterschied zwischen der Normalausführung Custom und dem luxuriöseren Monterey. Die Stoßstangen waren nun Teil des Kühlergesichts, und im Modelljahr 1953 erhielten sie nasenförmige Aufsätze.

Für 1954 brachte Mercury ein Coupe Sun Valley mit vorderer Dachhälfte aus Plexiglas heraus. Weit mehr Bedeutung kam jedoch dem neuen Kurzhub-V8 mit hängenden Ventilen zu; er leistete bei 4,2 Liter Inhalt respektable 163 SAE-PS. Auch Chassis und Front wiesen Änderungen auf. Zudem war jetzt eine Bendix-Servolenkung erhältlich. Für 1955 wurd sowohl die Karosserien - sie wiesen n Panoramascheiben auf - wie der Mo vergrößert: Es standen 190 PS aus 4,8 Li Hubraum zur Verfügung. In der neu hin; gekommenen Luxusserie Montclair waren es sogar 200 PS. Das Kastenrahmenchas erhielt fünf Quertraversen. Während die Mercury bisher - dem allgemeinen arm kanischen Trend folgend - vom Flugzeibau inspirierte Armaturenbretter hatten, hoben sie sich 1955 durch die sektorförmige Instrumententafel von der Konkurrenz ab. Neu war auch eine Zentralschmierung.

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1956 brachte Leistungssteigerungen bis zu 264 PS und neben teils geschwungenen statt gradlinigen seitlichen Zierleisten ein viertüriges Faux-Cabriolet Phaeton. Ende des gleichen Jahres wurden Stilelemente des extravaganten Traumwagens Mercury Turnpike Cruiser in Serie übernommen.

Die käuflichen Versionen dieses Versuchsfahrzeugs besaßen u. a. ein elektrisch versenkbares Heckfenster. Charakteristisch waren die Einkerbungen in den Heckflossen sämtlicher 1957er Modelle. Das Modelljahr 1958 brachte als Topfahrzeug der Marke den Park Lane, der sich durch besonders reichen Chromschmuck auszeichnete. Das Angebot der vier V8-Moto-ren reichte bis 405 PS! Andrerseits war nun auch wieder der schon 1956 eingeführte Medalist als Mercury-Billigmodell zu haben. Er war auf 8 bis 20 Prozent sparsameren Verbrauch ausgelegt… Bei einigen Modellen gab es ab 1958 eine Luftfederung.

Basis der Mercury-Produktion 1959 bildete weiterhin die Monterey-Reihe. Man hatte auf Chromabbau und Komfortvergrößerung hingearbeitet. So war der Radstand auf imposante 320 cm angewachsen. Die Marke unterschied sich damit auch stärker von dem 1957/58 geschaffenen Edsel, einer neuen, allerdings recht glücklosen Retortenmarke von Ford. Für das Frühjahr 1960 wurde der Comet als zweiter Compact Car der Ford-Gruppe angekündigt. Er basierte konstruktiv auf dem Ford Falcon und wurde zunächst als eigene Marke geführt, für 1961 sollte er das billigste Mercury-Modell werden.

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Informationen zum Autor "jessi24":
jessi kiefer
E-Mail: immax159(at)yahoo.de
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